Der Groove der Inseln

Ein Reisebericht über die Kapverden von Andrea Frisch


Ein paar Eindrücke von meiner individuell zusammengestellten Percussion-Reise …

Mindelo auf Sao Vicente
18.11.11 Ankunft auf São Vicente, wo mich Markus Leukel direkt in Empfang nahm.
Als Alleinreisende war ich direkt im Haus von Markus untergebracht. Dort ist, aufgrund seiner Kapverdischen Familie, seinen Freunden und anderen Mitbewohnern, immer etwas los!

Mindelo, das ist MUSIK pur! Fast jeden Abend war ich bei einem Live-Konzert.
Ob traditionell Kapverdische Musik, Blaskapelle oder auch Capoeira (Brasilianischer Kampftanz) - auf São Vicente wird einem viel geboten.


Bei einer Stadttour zeigte mir Markus die Sehenswürdigkeiten von Mindelo: Yachthafen, Mercado de Peixe (Fischmarkt), Torre de Bélem, Markthalle Mercado Municipal, Praça Nova, Kirche Nossa Senhora da Luz, um nur einige zu nennen.

Santo Antao

Außerdem lernte ich bei Ausflügen einiges von Land und Leuten kennen:
- Der Ausflug nach Calhau auf São Vicente: Im "Chez Loutcha" gibt es jeden Sonntag ein Buffet. Sobald das Essen auf den Tisch gestellt wird, sollte man das Buffet stürmen, denn ansonsten geht man hungrig nach hause. Zum Baden war es leider zu windig.
- Unser Ausflug auf die Insel Santo Antão: Diese Insel ist von São Vicente ca. 50 Minuten mit der Fähre entfernt. Santo Antão ist eine DER Wanderinseln. Ein Fahrer brachte uns von Porto Novo nach Ponta do Sol. Vorbei am Cova Krater und an beeindruckenden Schluchten. Einen kurzen Zwischenstopp in Ribeira Grande fand ich ausreichend. Die Wanderung von Ponta do Sol nach Fontainhas und Corvo und wieder zurück fand ich zwar anstrengend, hat sich aufgrund der Eindrücke aber echt gelohnt. Ein Abendessen im Por de Sol Arte (in Ponta do Sol) kann ich jedem nur wärmstens empfehlen.


Santa Maria beach auf SalAm 26.11.11 ging es weiter auf die Insel Sal. Der Ort Santa Maria ist im Vergleich zu Mindelo etwas unspektakulär.
Ich empfehle auf jeden Fall die Inselexkursion zu machen, denn auch Sal hat einiges zu bieten, wie z.B.:
Pedra de Lume = Saline im Krater
Buracona = Felsbecken vulkanischen Ursprungs
Olho Azul (blaues Auge) = imposantes Meeresbecken
Von weitem sieht man auch den höchsten Hügel, den Monte Grande (405 m).
Der Strand ist feinsandig und das Meer leuchtet in karibischem Türkis - einfach herrlich!


Markus Leukel an den TrommelnNatürlich darf bei einer Percussion Reise das Trommeln nicht fehlen. In der Academia de la Música hat Markus zwei Unterrichtsräume. Dort verbrachte ich während meiner Reise fast jeden Tag mehrere Stunden. Ich lernte einiges über die Kapverdischen Rhythmen wie Morna, Coladeira, Batuko und Funana. Wir spielten diese auf Congas und dem Pandeiro. Markus zeigte mir auch was ein Ferrinho ist. Es handelt sich hierbei um ein Winkeleisen. Man erzeugt die Töne, indem man mit einem Messer auf- und abgleitet.
Die Proben mit Markus‘ Schülern fand ich sehr interessant. Hier kamen gleiche mehrere Instrumente zum Einsatz (Schlagzeug, Timba, Congas, afrikanische Trommeln, uws.).
Nach einer Probe bekam ich von seinen Schülern noch eine kleine Samba-Freestyle-Session geboten. Denn auch Samba spielt hier eine wichtige Rolle.


Markus ist ein toller Lehrer und Reiseleiter mit viel Geduld. Dank ihm bekam ich einiges Notenmaterial, lernte viele befreundete Musiker kennen, durfte bei seiner Bandprobe lauschen, besuchte eine Gitarrenwerkstatt, bekam viele Hintergrundinfos und praktische Tipps. Noch näher dran geht’s nicht.

Was ich jedem im Vorfeld empfehlen würde: Lernt vielleicht ein wenig Portugiesisch. Die Kapverdier sind sehr freundlich und wenn man ihre Sprache spricht, sind sie sehr auskunftsfreudig.

Ich bedanke mich hiermit bei ONE WORLD für die tolle Organisation!!
Ich kann die Kapverden und Markus als Lehrer nur allen Trommelbegeisterten empfehlen.

Die kleinen Inseln liegen nicht so weit entfernt und bieten eine Vielzahl an noch nicht so verbreiteten, interessanten Rhythmen!




Erstellt am 18. Januar 2012
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