Fetische und Feuertänze
Heimat des Vodun – dem ursprünglichen Voodoo
Übernatürliche Mächte, die das Leben des Menschen bestimmen und die sich durch Fetische, Amulette und Riten besänftigen oder gütig stimmen lassen, gehören genauso zum afrikanischen Klischee wie Löwen und Regenwald. Dem rational denkenden Europäer von heute sträuben sich dabei die Haare, fühlt er sich doch zurückversetzt in eine Zeit vor Aufklärung und Säkularisierung.
Aber der Glaube an magische Kräfte, die in Amuletten oder der Natur ruhen, und der Glaube an den direkten Kontakt zu den Ahnen ist in vielen afrikanischen Kulturen fest verwurzelt. Und er ist weit mehr als ein Klischee. In Westafrika ist diese Form der Spiritualität besonderes stark verbreitet. Die Menschen hier sind der Überzeugung, sich diese Macht gezielt zu Nutze machen und in den Alltag integrieren zu können.
Hier, genauer gesagt in den Küstenregionen Togos und Benins, ist die Heimat des Vodun – ,dem ursprünglichen Voodoo, ehe er von Hollywood mit Zombies und Kannibalen „aufgepeppt“ wurde. Der Vodun ist keine einheitliche Religion, sondern vielmehr ein spirituelles Konzept. Es gibt kein einheitliches Dogma oder eine heilige Schrift und jedes Dorf mit seinen Priestern und Orakeln interpretiert es ein klein wenig anders. Dennoch lassen sich bestimmte Gemeinsamkeiten erkennen.
In den Zeremonien tanzen sich die Adepten in Trance und stellen so den Kontakt zum Überirdischen her. Der Beweis dessen Anwesenheit könnte spektakulärer kaum sein: In Atakpamé, Togo beispielsweise wird mit Feuer die übermenschliche Unverwundbarkeit der „Besessenen“ demonstriert.
Die Priester geben schließlich orakelhafte Antworten auf Fragen zur Zukunft und bieten Entscheidungshilfen für alle denkbaren Lebenslagen. Aber man kann sich auch auf ganz praktischer Ebene den Beistand der mystischen Mächte sichern: Eine gute Ernte, schönes Wetter für eine Feier oder ein kleines Missgeschick für den Nachbarn mit dem man gerade im Zwist liegt.
Wer kann, versucht sich so gut es geht vor möglichen Gefahren und Eventualitäten durch den übernatürlichen Beistand abzusichern. Wichtig ist, die Opfervorgaben zu befolgen und sich exakt an die oft obskuren Rezepte für die Erstellung der richtigen Fetische zu halten. Alles was man dafür braucht – seien es Affenzähne, weiße Haare, getrocknete Chamäleons oder Elefantenkot – findet man auf den großen Fetischmärkten in den Städten. Ein Spaziergang über einen solchen Markt lässt die Komplexität des Vodun erahnen.
Diese Welt erscheint uns fremd und hat dabei seine ganz eigene Faszination. Aber man tut ihr auch Unrecht, wenn man Sie nur auf die spektakulären Highlights reduziert. Dieser Glaube ist in den Ländern Westafrikas ein wichtiger Teil des Alltags und ist auch in den ruhigen Momenten stets präsent. Er verbindet die Menschen mit Ihrer Heimat und schafft ein stabiles soziales Gefüge mit all den dazugehörigen Vor- und Nachteilen.
Bereisen Sie diese Welt behutsam und auf Augenhöhe mit den Menschen und lernen Sie gemeinsam mit ONE WORLD Reisen mit Sinnen ab 2012 die Heimat des Vodun kennen. Die Politreise nach Togo und Benin geht vom 21.01. bis 12.02.2012. Weitere Informationen finden Sie hier!
Erstellt am 13. Dezember 2011

Goldene Palme der Zeitschrift GEO Saison
Reise-Award der Zeitung Sonntag Aktuell


