Kapverdische Sängerin verstorben
Césaria Évora

Kapverdische Sängerin verstorben
Die Sängerin Césaria Évora, einer der größten Stars der Weltmusik, ist am 17.12.2011 in ihrer Heimat Mindelo auf der Kapverdischen Insel São Vicente im Alter von 70 Jahren gestorben. Als „Königin der Morna“, den bluesartigen Liedern voller süßer Melancholie, Lebenslust, Hoffnung und Schmerz - gesungen im kapverdischen Kreol, gelangte sie zu weltweitem Ruhm.
Aufgewachsen in Mindelo, dem musikalischen Herz der Kapverden, begann sie mit 15 Jahren ihre ersten musikalischen Schritte in den Kneipen der Stadt. Erst 30 Jahre später, nach schweren Zeiten des Alkoholismus und einem Rückzug von der Bühne, bekam sie Ihren ersten Plattenvertrag. Zunächst eroberte Évora Frankreich in den 80er Jahren; mit ihrem fünften Album „Miss Perfumado“ (1993) erzielte sie darauf den weltweiten Durchbruch. Ihre Karriere ist gepflastert von Auftritten in legendären Konzertsälen wie der Royal Festival Hall in London oder Le Grand Rex in Paris, umfasste 24 Live- und Studio-Alben und zahlreiche Auszeichnungen, darunter als Höhepunkt den Grammy (2004) in der Kategorie „World Music“ für das Album „Voz D’Amor“.
Ihre Wurzeln vergaß sie dabei nie: Aus Solidarität und Ehrgefühl gegenüber den Armen ihrer Heimat trat sie stets ohne Schuhe auf und wurde deshalb die „barfüßige Diva“ genannt. Für die Kapverdianer ist sie ein Vorblid, bedeutet Stolz und Hoffnung.
Im September 2011 verkündete Sie das Ende ihrer Karriere aus gesundheitlichen Gründen während ihrer noch laufenden Welttournee. Évora zog sich in ihre Heimat Cabo Verde zurück, wo sie letztlich akuter, schwerer Herz- und Atemschwäche erlag.
Die Regierung des Inselstaates rief nach ihrem Tod eine zweitägige Staatstrauer aus, hunderte von Menschen pilgerten zu ihrem Haus.
Erstellt am 20. Dezember 2011

Goldene Palme der Zeitschrift GEO Saison
Reise-Award der Zeitung Sonntag Aktuell


