Im Licht der Kapverden!

Portät einer älteren, einheimischen Frau mit einem blau-weißen Kopftuch

Unser Reisegast Ingrid Domann hat an unserer FotoReise „Im Licht der Kapverden“ teilgenommen. Im Reisebericht beschreibt sie ihre Erinnerungen an einzigartige Momentaufnahmen, spannende Begegnungen mit Kapverdianern und traumhafte Landschaften.

Ankunft auf der Insel Sao Vicente, Aeroporto Sao Pedro... die Namen klingen verheißungsvoll. Beim Aussteigen geht’s zu Fuß über das Rollfeld. Die Grenzkontrollen lassen sich zügig durchlaufen und schon erwartet uns unsere Fotografin Juliette Brinkmann.

Besser kann man kaum ankommen. Juliette wird unsere kleine Gruppe von 4 Teilnehmern in den nächsten 10 Tagen durch das Leben auf den beiden kapverdischen Inseln São Vicente und Santo Antão führen. Auf gut ausgebauten Straßen, mit einer ordentlichen Portion Rückenwind, sind wir zunächst unterwegs zum Hotel Residencial Mindelo. Die Stärke des Windes überrascht uns wohl alle. Selbst für mich als Hamburgerin, die ja schon von Natur aus eine steife Brise gewohnt ist, weht hier doch ein heftiger Wind. Die Landschaft zeigt sich wie erwartet als karge Schönheit. Bis Mindelo ist es nur ein Katzensprung. Die Bucht der Hauptstadt strahlt im Mittagslicht in einem tiefen Blau, als hätte man gerade die Farbe im Tuschkasten gemischt. Wunderschön. Und wie kleine Legosteine purzeln die Häuser die Hänge hinunter. Hier wohnen die rund 80.000 Einwohner von Mindelo. 

Gleich vom Hotel aus geht es zum Mittagessen, wo wir beim Nationalgericht der Kapverden, der Cachupa, die Gelegenheit nutzen, uns kennenzulernen. Juliette stellt ihren Ablauf für die nächsten Tage vor und erkundigt sich nach unseren Interessen und Wünschen. Was das Essen betrifft, sind wir uns von Beginn an schon sehr einig: Cachupa ist köstlich und sollte nicht das letzte Mal auf unserer Speisekarte stehen. Dann geht es los. Altstadtrundgang heißt „Raus mit den Kameras“. Juliette gibt strenge Vorgaben, was alles nicht fotografiert werden soll. Und zwischendurch sprudelt ihr Wissen über alles, was Mindelo jetzt und in den vergangenen Jahrzehnten zu bieten hatte und hat. 

Es ist Samstagnachmittag in der Stadt und relativ ruhig. Im Alltagstrubel, den wir noch in den nächsten Tagen erleben werden, geht es ein wenig geschäftiger zu. Dennoch nehmen wir am Treiben in der Stadt teil und sammeln viele gute Fotomotive. Unser Abendessen wartet nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt in einem typischen Restaurant auf uns. Begleitet wird es von kapverdischer Livemusik.

Eine einheimische Frau schaut sich ein blaues Auto an
Zwei einheimische Männer bei der Feldarbeit auf den Kapverden
Blick von oben auf ein kleines Dorf auf einem Hügel mit bunten Häusern
Eine ältere einheimische Frau mit einem weißen Hut
Eine ältere einheimische Frau lehnt sich aus einem Fensterrahmen und schaut hinaus

Die nächsten drei Tage gehören Mindelo. Juliette führt uns zu den interessanten Kolonialhäusern, durch Ribeira Bote, zu den schönsten Aussichtspunkten, zum Fortim d’el Rei, einer Festungsrouine gelegen auf einer Anhöhe, die einen traumhaften Blick auf die Bucht von Mindelo erlaubt und uns alle begeistert, zur Werft Wilson, zu den Fischern im Hafen, die früh morgens ihre beachtliche Beute aus dem Meer holen. Doch nicht nur das, sie bringt uns zusammen mit Einheimischen und deren Lebensweise. Irgendwie ist sie eine nahezu unerschöpfliche Wissensquelle, die uns mit viel Herz am Leben auf der Insel teilhaben lässt.

Die fotografischen Anforderungen kommen dabei nicht zu kurz. Meistens nutzen wir die Zeit nach dem Mittagessen zur Bildbesprechung und um die nächsten fotografischen Aufgaben aufzustellen. Konstruktive Kritik steht auf der Tagesordnung und bringt uns alle voran, man sieht’s an den Bildern. Dafür den herzlichsten Dank an Juliette. Das war toll!! Sowohl mittags und abends erholen wir uns immer bei einem gemeinsamen Lunch bzw. Dinner in den umliegenden landestypischen Restaurants. Das Essen ist köstlich. Frischer Fisch steht fast immer auf der Speisekarte.

Am vierten Tag geht es weiter nach Santo Antão. Unser gemütliches Stadthotel müssen wir nun leider verlassen. In der Früh heißt es ab auf die Fähre. Juliette hat wieder alles perfekt organisiert, es klappt wie am Schnürchen. Selbst das frühe Aufstehen können wir ihr verzeihen, denn die einstündige Überfahrt auf tiefblauem Meer ist herrlich entspannend. Von der Cidade Porto Novo geht es dann mit Juliettes Auto durch die bizarre vulkanische Wüste von Santo Antão. Über die neue Straße nach Pontinha da Janela, über Villa das Pombas weiter bis Ponta do Sol. Überall, wo es uns gefällt und wo wir ein reizvolles Motiv erspähen, legen wir einen Stopp ein. Wir können uns viel Zeit zum Fotografieren nehmen. Insofern wird aus der einstündigen Fahrt zu unserem nächsten Hotel doch ein längerer Trip. Aber wir alle sind glücklich mit unseren Ergebnissen.

Wir erreichen Ponta do Sol: Ein kleines Bilderbuch-Dörfchen. Direkt am Meer liegt unsere Pension Musica do Mar. Sie ist so zauberhaft wie ihr Name. Nur die kleine idyllische Promenade liegt zwischen ihr und dem Meer, wo sich die Einheimischen zum Schwätzchen treffen oder ein Spielchen wagen. Ein kleiner Hafen mit kunterbunten Booten schließt sich an. Farbenfrohe Häuser und liebenswerte Einwohner. Ein Dorf mit unzähligen Fotomotiven und ein Felsstrand für traumhafte Langzeitbelichtungen. Im Restaurant nebenan wird uns mit direktem Blick aufs Meer bei kapverdischen Klängen am Abend ein vorzüglicher Fisch serviert. Hier entdecken wir auch unser Urlaubsgetränk, den Ponch, den es hausgemacht in vielen Geschmacksrichtungen gibt.

Zwei einheimische Mädchen vor einem alten, rostigen Auto
Einheimische Männer der Kapverden sitzen in einem Raum mit Postern an der Wand
Ein Junge macht einen Handstand auf der Straße
Ein Mann und ein braun-weißer Hund vor einer blau-weißen Hauswand
Eine alte Hausfassade, welche mit einem Gesicht einer Frau bemalt ist
Kinder spielen Fußball auf einem Fußballplatz
Ein Mann hält einen langen Fisch in der Hand
Ein rostiges, altes Auto

In den nächsten vier Tagen führt uns Juliette mit ihren Fahrkünsten durch das Valo de Paul, entlang der Gebirgsketten, nach Passagem, an die Cope de Ribeira, durch Zuckerrohrfelder, wo wir in der anliegenden Distille die Produktion des Grogues, einem Traditionsprodukt von Cabo Verde, beobachten können. Weiter geht es über Terrassenlandschaften, vorbei an Bananenplantagen. Die malerischen Orte Fontainhas, Coculi, Cha da Igreja, Corda, Ribeira Grand und Sinagoga, um nur einige der Highlights zu nennen, entdecken wir auf unseren Touren und schlachten Sie als Fotomotive aus. Die guten Ortskenntnisse und das fließende Creol von Juliette ermöglichen uns einen netten und offenen Zugang zu den Menschen von Santo Antão. Im Radio begleiten uns die Klänge von Cordas de Sol, Cesária Evóra und Ceuzany. Ganz nebenbei erzählt Juliette die Lebensgeschichte der kapverdischen Diva Cesária. Man taucht geradezu ein in Cabo Verde.

Der Höhepunkt des letzten Tages ist nicht nur ein köstliches Mittagessen im Restaurante Cozinha de Bento, sondern vor allem ein traumhafter Blick in die Cova Caldera auf 1.176 m Höhe. Das Wetter ist uns wohl gesonnen, die Sonne scheint, während eine dicke Wolkenformation in die Caldera zieht. Mehr geht nicht! Tauchen unterschiedliche Interessen in unserer Gruppe auf, was aber kaum der Fall ist, so findet Juliette immer eine Lösung, die es allen recht macht. Jeder kann Cabo Verde auf seine Art genießen und auch fotografisch an seinen Themen arbeiten. In den Workshops setzen uns die unterschiedlichen Ergebnisse unserer Fotos immer wieder in Erstaunen. Schließlich hatten wir im Prinzip immer den gleichen Weg. Schön, dass man dann gleich noch sieht, was man zuvor nicht sah.

Leider geht es nach vier erfüllten Tagen dann wieder runter von der Insel, zurück nach São Vicente. Wieder bringt uns die Fähre nach Mindelo zurück, von wo es direkt nach São Pedro geht. Hier wohnen wir in dem stylischen Aquiles Eco-Hotel, nur ein paar Meter vom Strand Baia das Gatas entfernt. Wir schlagen im Foyer erneut unsere Workstations auf, um die zahlreichen schönen Fotomotive zu besprechen und in eine Show zu fassen. Wir genießen noch die letzten Tage am Meer, schauen den Surfern beim Wellenreiten zu, versuchen uns noch in der Portrait-Fotografie, besprechen unsere Fotos, aber lassen es insgesamt entspannter angehen.

Ja und leider neigt sich unsere gemeinsame Zeit mit Juliette schon dem Ende zu. Viel zu schnell vergeht es immer. Es waren wunderbare Tage. Vielen Dank liebe Mitreisende, vielen tausend Dank Juliette und natürlich auch Dank an die Organisation von REISEN MIT SINNEN.

Die Reise war ein Volltreffer. Jetzt geht’s wieder nach Hause und die WM wartet. Mein Lieblingstor habe ich jedoch schon auf Cabo Verde geschossen.

Ein Surfer in den Wellen auf den Kapverden
Ein Nebelschleier über Feldern auf den Kapverden
Die Küste mit angelegten Booten am Abend auf den Kapverden
Blick auf eine Stadt mit vielen, bunten Häusern auf den Kapverden
Ein Mann spielt Fußball am Meer
Die trockene Landschaft eines Tals auf den Kapverden
Blci von oben auf ein Tal mit einem Fluss und grünen Pflanzen auf den Kapverden
Ein steiniger Weg umgeben von Nebel

Wir bedanken uns bei Ingrid Domann für den lebhaften Bericht und die tollen Aufnahmen!


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