Versteckter Inselarchipel am Äquator – Reisleiterin Antonia Moschin berichtet

Holzboote unter Bäumen am Strand

Im Herbst erkundete unsere Reiseleiterin Antonia Moschin mit unseren Gästen den kleinen Inselarchipel am Äquator. Das Tropenklima, die Kolonialgeschichte und die Begegnungen vor Ort haben bei der Gruppe einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

In den ersten Tagen geht es für unsere bunt gemischte Reisegruppe aus der Schweiz, Österreich und Deutschland auf die ersten Wanderungen durch den geschützten Teil des Primärregenwaldes, dem sogenannten Obô, sowie durch die weiten Plantagen dessen, was São Tomé weltberühmt gemacht hat: dem Kakao. Unser erfahrener lokaler Guide Zé Spencer erklärt uns nicht nur die vielfältige und häufig endemische Pflanzen- und Tierwelt, sondern hat auch wunderbare getrocknete Bananen und karamellisierte Kakaobohnen für eine Stärkung zwischendurch griffbereit, die uns auf manchem Anstieg neue Energie verleihen. Schon gleich auf unserer zweiten Wanderung bekommen wir die endemische schwarze Cobra zu Gesicht; normalerweise ergreifen diese giftigen Schlangen vor Menschen schnell die Flucht, doch dieses Exemplar war für einen Kakaobauern wohl zu langsam.

Auf unserem Weg an der Ostküste entlang, erhaschen wir einige Blicke auf die Vergangenheit: verfallene Herrenhäuser und verrostete Bahntrassen zeugen von der portugiesischen Kolonialzeit auf der Insel. Bei unserem ersten Stopp am menschenleeren Sandstrand Micondó springen wir fast alle spontan ins Wasser und freuen uns über das klare Meer und die willkommene Erfrischung.

Der Treppenaufgang eines leerstehenden Hospitals aus der Kolonialzeit mit Palmen und einem Baum im Vordergrund

Einen wirklich schönen Tag verbringen wir bei einem lokalen Kochkurs in der Roça São João. Unser Fish-Man Rainer entpuppt sich als Spezialist für das Einlegen und Garnieren von Fisch, Christian kommt in den Genuss Erdnüsse mit einem Mahlstein zu kleinen Leckereien zu verarbeiten und Susanne kocht ihre erste Cachupa auf dem Holzfeuer und macht sich Notizen, um die Gerichte zu Hause nach zu kochen. Während es den lokalen Köchen hier offenbar leicht fällt Paprika, Mango und Papaya mit einem Schälmesser in dünne Scheiben zu schneiden, tun wir uns etwas schwerer damit. Zumindest aber können wir die Arbeit der Köche von nun noch besser wertschätzen und freuen uns beim anschließenden selbstgekochten Mittagessen, dass wir alle Zutaten kennen. 

Im Süden São Tomés weicht der Regen leider nicht von unserer Seite, dafür freuen wir uns umso mehr, als wir auf die noch gemütlichere Nachbarinsel Príncipe fliegen und dort vom Wettergott belohnt ein paar wunderschöne Tage verbringen dürfen. Wir schauen uns verschiedene landwirtschaftliche Projekte an, die den Roças (Anmerkung: ehemalige Plantagensiedlungen der Portugiesen) ein neues Leben verleihen und wandern durch das UNESCO-Biosphärenreservat zu dem Wasserfall Oqué Pipi. Außerdem nutzen am Strand besonders die Damen unserer Gruppe die Chance, endlich ausführlich schnorcheln zu gehen. Kurz vor unserem Abendessen in unserem Hotel sind die Fotografen Lutz und Birgit besonders begeistert von den Flughunden, die sich zum Sonnenuntergang neben unserem Hotel an einer Papaya sattfressen.

Zurück auf Sao Tome werden wir bei den letzten Wanderungen im Westen der Insel noch viel Schweiß durch die Hitze verlieren – aber wir machen es einfach wie die São-Toméer nach dem Landesmotto leve-leve, nämlich ganz gemütlich. Und es lohnt sich! Auf unseren Wegen durch die hügelige Landschaft kommen wir durch kleine Dörfer und können die Arbeit des Kakaotrocknens beobachten. Wir laufen unter unzähligen Mangobäumen hindurch, blicken auf den Atlantik hinunter und schauen den Kindern beim Spielen mit ihren selbstgebauten Holz-Rollern zu.

Zwei Wanderer mit Rucksäcken im dichten Dschungel
Dicht bewaldeter Küstenabschnitt mit Blick auf einen einsamen Strand und Wolken am Horizont

Am Ende habe ich eine Mitreisende gefragt...

... was ihr am stärksten von der Reise in Erinnerung bleiben wird: Es ist das unendliche saftige Grün und die Tiefe des Regenwaldes, die sie beeindruckt habe. Und natürlich, dass Schokolade nach den Plantagenbesuchen nie wieder so schmecken wird wie davor!

Hat der Bericht Ihre Reiselust geweckt? Dann erkunden Sie mit uns den versteckten Inselarchipel. Alle Termine unseres São Tomé-Klassikers finden Sie hier.


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