Vielfältiges Albanien – Ein Reisebericht

3 Personen im Nationalpark Shebenika in Albanien

Was unsere Kollegin Lotus auf ihrer Reise durch Albanien besonders fasziniert hat? Zum Beispiel die vielfältige, lokale Küche! Im Reiseberich schildert sie ihre Eindrücke, berichtet von Begegnungen, von Landschaften und von kulinarischen Genüssen.

Dass es auch in Europa noch immer viele touristisch kaum erschlossene Ecken gibt, zeigte sich auf einer individuellen Reise nach Albanien. Von der Hauptstadt Tirana aus fuhren wir Richtung Osten in den Shebenik-Jablanica-Nationalpark an der Grenze zu Mazedonien. Hier begaben wir uns unter Führung eines lokalen Rangers auf die Spuren von Luchs und Bär. Von den seltenen Tieren bekamen wir zwar keines zu Gesicht. Soweit das Auge reichte, entschädigte dafür aber die nur vereinzelt von kleinen Dörfern durchbrochene Naturlandschaft mit schneebedeckten Berggipfeln, Seen und frischgrünen Wäldern.

Am Ende unserer Wanderung kehrten wir in einer nur von Einheimischen besuchten Gaststube ein, in deren Kamin ein offenes Feuer brannte. Über den glimmenden Scheiten röstete der Wirt für uns frisches Weißbrot und reichlich Knoblauch. Zusammen mit Eintopf, Schafskäse, Salat, Eiern, verschiedenen Gemüsesorten … – die Parade der aufgetragenen Schüsseln schien kein Ende zu nehmen – ergab das „Toastbrot“ eine einfache, aber schmackhafte Mahlzeit.

Überhaupt: Ausgiebiges Essen gehört zur albanischen Kultur unbedingt dazu. Selten verließen wir während unserer Urlaubszeit ein Lokal unter zweieinhalb Stunden. Gang folgte stets auf Gang, und es wurde nicht immer deutlich, wann die Vorspeisen aufhörten und die Hauptgerichte begannen. Diese ausgeprägte Esskultur sollte man bei seiner Zeitplanung berücksichtigen. Auch für uns als Vegetarier hat es sich immer gelohnt, kein einziges Lokal enttäuschte unsere Gaumen und das, obwohl die albanische Küche eher als fleischlastig gilt.

Blick auf die Stadt Berat am Felshang in Albanien
Steiniger, unebener Weg auf einen Berg zur Burg
Ein gedeckter Tisch in dem Restaurant der Uka Farm in Albanien

Neben der Naturschönheit wartet das seit Jahrtausenden von unterschiedlichsten Völkern besiedelte Land mit mehreren Weltkulturerbestätten auf: von der bronzezeitlichen Höhlensiedlung Kalivo über die antike Ruinenstätte Butrint bis zu den historischen Zentren von Girokastra und Berat. Letzteres, auch „Stadt der 1.000 Fenster“ genannt, lag auf unserer Route. Den Beinamen verdankt der von osmanischer Architektur geprägte Ort den großen Fensteröffnungen, die die dem Tal zugewandten Hausseiten zieren. Nach den bisher von uns angeschauten, von nur wenigen anderen Touristen besuchten Orten, erschien uns Berat schon fast als zu trubelig, obwohl sich selbst hier die Zahl der ausländischen Gäste in Grenzen hielt. In den kleinen, verwunschenen Gassen abseits der Hauptstraßen hatten wir die Stadt wieder für uns allein.

Zu museal erschien uns dann aber doch das Burgviertel, das auf der Bergkuppe oberhalb Berats thront. Auch wenn es noch als normales Wohnviertel dient, war hier die touristische Ausrichtung deutlich zu spüren. (Für die Besichtigung fiel zudem ein kleiner Obolus an.) Liebhaber von Kirchenmalerei sollten aber unbedingt das kleine Onufri gewidmete Museum besuchen. Dieser orthodoxe Geistliche des 16. Jahrhunderts gilt als der bedeutendste albanische Ikonenmaler.

Außer für seine Arbeiten in Berat ist er besonders für seine Fresken in der Kirche von Shelcan in der Nähe der geschichtsträchtigen Stadt Elbasan bekannt. Sie gehört durch Onufris farbenprächtige Wandgestaltungen zu den herausragenden christlichen Sakralbauten Albaniens. Uns gefiel besonders auch die friedvolle Atmosphäre, die von der kleinen einschiffigen Halle aus dem 14. Jahrhundert ausging.

Ausblick auf das Dorf Berat, Albanien von oben
Ein weißes Tablett  mit 3 Tassen türkischem Kaffee und Raki
Marktszene im Shebenik Nationalpark, Albanien mit Verkaufsststand von Alltagsgegenständen
Kirche am Hang in Berat, Albanien
Das Burggelände der Burgberg in Berat, Albanien
Ausblick auf die Berge und kleine Häuser im Shebenika Nationalpark in Albanien

Insgesamt spielt Religion in Albanien allerdings keine große Rolle, da in der Zeit des kommunistischen Regimes bis 1990 Religionsausübung mehrere Jahrzehnte verboten war. Zwar gilt heute offiziell die Mehrheit im Land als muslimisch, durch die starke Säkularisierung wird dies rein optisch jedoch nicht deutlich; Albaner kleiden sich insgesamt sehr „abendländisch“. Doch bleibt es nicht bei solchen Äußerlichkeiten – beispielsweise begegnet man auch häufig interreligiösen Eheschließungen zwischen Moslems und Christen.

Die aufgeschlossene uns herzliche Wesensart der Menschen vor Ort hat uns sehr begeistert. So sahen wir dem nahenden Ende unserer Reise mit großem Bedauern entgegen. Zum Abschluss besuchten wir noch den Markt in Tirana und schwelgten in dem großen Angebot hiesiger Spezialitäten, wie getrockneten Früchten, einer Vielzahl an Nüssen, Honig und Olivenöl, bevor wir dann leider den Heimflug antreten mussten.

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