Reisen mit Sinnen
10.09.2021

Kapverden: Was kann man unternehmen?

Tipps jenseits von Wandern und Wassersport

Es liegt in der Natur von Inseln, Bade- und Wasserfans anzusprechen. Außerdem bietet der Archipel vulkanischen Ursprungs vor allem Wanderern jede Menge Abwechslung. Darüber hinaus mögen sich Besucher der nur 550.000 Einwohner zählenden Inselgruppe fragen: „Nun bin ich hier auf den Kapverden – was kann man unternehmen?“ Der Archipel wurde bereits kurz nach seiner Entdeckung Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Portugiesen besiedelt. Malerische Ortschaften haben bis heute die historische Architektur erhalten und laden zum Flanieren im Flair vergangener Zeiten ein. Musikalisch Interessierte entdecken die afrikanisch geprägten Stile der Inseln, insbesondere den melancholischen Morna. Tierfreunde können auf verschiedenen Inseln Meeresschildkröten beobachten, auch Ornithologen sind auf Maio ganz in ihrem Element. Außerdem vermittelt der Besuch sozialer Projekte unterschiedliche Aspekte des Lebens auf den Kapverden.
 

Zwei Frauen waschen Kleidung in einem Eimer
Zwei Wanderer von hinten auf dem Weg zum Vulkan Pico de Fogo durch graue Vulkanlandschaft.
Menschenleerer weißer Sandstrand auf Boavista
Sattgrünes Tal auf den Kapverden.

Kapverden: Was kann man unternehmen? – Historische Ortschaften erkunden

Die ehemalige Hauptstadt der Kapverden Ribeira Grande, zwischenzeitlich Cidade Velha genannt, steht heute unter dem Schutz der UNESCO. 1462 auf Santiago gegründet war sie die erste Siedlung auf den Kapverden und die erste ständige europäische Niederlassung in den Tropen. Durch ihr Monopol auf den Sklavenhandel gelangte sie zu Bedeutung und Wohlstand. An die Zeit um 1500 erinnern noch heute eine Kirche und Ruinen weiterer religiöser Gebäude sowie der „Pranger“ am ehemaligen Sklavenmarkt. Auch in der Altstadt der heutigen kapverdischen Hauptstadt Praia finden sich noch Zeugnisse kolonialer Architektur. Und was kann man auf den anderen Kapverdischen Inseln unternehmen?: Am zentralen Platz von Sal Rei, der Hauptstadt Boa Vistas, kann man ins gemächliche Markttreiben eintauchen und danach die Stille in der angrenzenden, im Kolonialstil errichteten Kirche genießen. In den nahe der Stadt befindlichen Salinen wurde einst das „königliche Salz“ (Sal Rei) produziert. Außerdem lohnt ein Abstecher in den ältesten Ort der Insel Povoação Velha mit seiner gemütlichen Atmosphäre. Auf Brava, das besonders nach der Regenzeit von einem Blumenteppich überzogen ist, befindet sich die von vielen als schönster Ort der Kapverden bezeichnete Hauptstadt Vila Nova Sintra. Ihre Sträßchen mit hübschen Häusern und blumengezierten Gärten sowie kleinen Kirchen laden zum entspannten Bummeln ein.
 

Kapverden: Was kann man unternehmen? - Unbekannte Musikrichtungen entdecken

Mindelo auf São Vicente gilt als kulturelles Zentrum des Landes. Als Hafenstadt mit Ankömmlingen aus aller Welt bildete sich hier eine ausgeprägte Unterhaltungs- und Musikszene heraus. Clubs und Restaurants in Mindelo bieten Live-Konzerte mit teils renommierten Musikern des Landes. In dem Ort Baía das Gatas auf São Vicente findet immer im August ein Musikfestival statt, bei dem man einen guten Eindruck von der kapverdischen Musik erhält. Auch in der kapverdischen Hauptstadt Praia gibt es ein jährliches Musikfestival. Santiago ist bis heute die am stärksten von Afrika geprägte Insel des Archipels. Dies spiegelt sich auch in der Musik wider: Der auf Santiago entstandene, von Gesang und Trommelrhythmus geprägte Batuco geht auf afrikanische Einflüsse zurück. Zu den weiteren typischen Musikrichtungen der Kapverden gehören die verwandten Stile Coladeira und der bekanntere, auf Boavista entstandene Morna. Letzterer wird aufgrund seiner molllastigen, melancholischen Stimmung oft mit dem portugiesischen Fado verglichen. Auch der Funaná ist portugiesischen Ursprungs, wie sich beispielsweise in der Instrumentalisierung (Akkordeon) zeigt.
 

Kapverden: Was kann man unternehmen? - Tiere beobachten

Grundsätzlich sind nur relativ wenige Tiere auf den Kapverdischen Inseln beheimatet. An Land bilden die Seevögel die größte Gruppe. Vogelfreunde kommen insbesondere auf der sonst eher ruhigen Insel Maio auf ihre Kosten. Rennvögel, Sandlerchen, Wüstenläufer und sogar Fischadler gibt es hier. Außerdem finden sich in den Salinenbecken bei Vila do Maio Seeschwalben und Wattvögel. Doch was über Wasser fehlt, dafür wird man unter Wasser entschädigt. Zahlreiche Fischarten und Meereslebewesen tummeln sich rund um den Archipel. In der jeweiligen Saison kreuzen Walhaie, Manta-Rochen und Buckelwale die Gewässer. Zudem legen Wasserschildkröten auf verschiedenen Inseln ihre Eier ab. Sie suchen insbesondere Fogo, die Sandinsel Sal und Boavista zur Eiablage auf. Auf Boavista setzt sich die Turtle Foundation für den Schutz der Meeresschildkröten ein und bietet geführte Touren zu den Nestern an. Taucher erwartet auf São Vicente ein besonderes Highlight. Abseits der Küste gleiten hier Meeresschildkröten durch das Wasser. Wer jemals vis-a-vis mit den gemächlichen Panzertieren geschwommen ist, wird diese Begegnung so schnell nicht wieder vergessen.
 

Kapverden: Was kann man unternehmen? - Soziale Projekte besuchen

Da die Kapverden über keine nennenswerten Bodenschätze verfügen und auf Grund des Klimas die Landwirtschaft nur wenig entwickelt ist, gibt es relativ wenig Erwerbsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Verschiedene soziale Projekte versuchen, Arbeitsperspektiven aufzubauen. Der Besuch solcher Projekte unterstützt die Initiativen in ihren Bemühungen und vertieft gleichzeitig die Landeskenntnisse der Gäste. So bietet REISEN MIT SINNEN beispielsweise eine Tour in der ehemaligen Armen- und Blechhüttensiedlung Ribeira Bote in Mindelo auf São Vicente an, die mit Hilfe eines Kapuziners, unserer lokalen Agentur vista verde tours und unserem Reiseleiter Markus Leukel kreiert wurde. Persönlich und kenntnisreich vermitteln junge Bewohner Wissenswertes über ihren Stadtteil und dessen "Schätze". Dabei entdecken die Teilnehmer etwa einen kleinen Markt und kehren bei Handwerkern und Künstlern ein. Die Einnahmen gehen an diese Werkstätten und das Projekt im Allgemeinen. Auf Santiago in Tarrafal setzt sich die Initiative Delta Cultura für die Förderung selbstbestimmten Handels durch den Erwerb von Bildung ein. Das Zentrum führt Ausbildungen für Tischler und Schneiderinnen, Informatik- und Sprachkurse sowie Fußballtraining durch. Außerdem angeschlossen ist das Football for Hope Centre. Die Anlage in Tarrafal kann besucht werden und die eingehenden Spenden kommen unmittelbar dem Projekt zugute.
 

Kapverden: Was kann man unternehmen? - Wandern und Wassersport

Wer sich doch den naheliegenden Zeitvertreiben Wassersport und Wandern widmen möchte, dem haben die Kapverden einiges zu bieten. Als Vulkaninseln warten sie mit einer gegensätzlichen Landschaftsstruktur mit hoch aufragenden Gebirgszügen und Steilküsten einerseits sowie grünen, vegetationsreichen Ebenen andererseits auf. Die Wanderinsel Santo Antão begeistert im wilden, entlegenen Inselwesten mit schroffen Felslandschaften und tiefen Erosionsschluchten, während im Osten das grüne Paúl-Tal zu einer entspannten Rundwanderung einlädt. Auf Santiago eröffnen sich bei der Besteigung des höchsten Bergs der Insel, dem Pico de Antonia, faszinierende Ausblicke über grüne Täler und steil aufragende Basaltformationen. Ein besonderes Erlebnis erwartet Wanderer auf Fogo bei der Besteigung des gleichnamigen Vulkankegels. Der Pico do Fogo ist mit über 2.800 Metern die höchste Erhebung des gesamten Archipels. Wer Auf- und Abstieg nicht am selben Tag bewältigen mag, kann hier auch übernachten und am nächsten Tag entspannt den Sonnenaufgang auf dem Vulkan beobachten, magisch! Trekking-Mühen werden mit entspannten Stunden an kleinen Stränden oder Bademöglichkeiten im Landesinneren belohnt. Auf Sal kann man sich beispielsweise in einem Salzsee treiben lassen. Für Segler, Wellenreiter und Kitesurfer gelten die Kapverden, besonders Sal und Boavista, auf Grund der ganzjährigen, idealen Windverhältnisse und angenehmen Wassertemperatur als eines der besten Reviere. Taucher erfreuen sich an der abwechslungsreichen Unterwasserfauna (s.o.).
 

 

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