Reisebericht “Best of Açores individuell”
Unterwegs auf Terceira, Pico und São Miguel
Unsere Reisegäste Anja und Jan besuchten im September dieses Jahres die Azoreninseln Terceira, Pico und São Miguel auf Basis unserer Reise "Best of Acores individuell". Lesen Sie im Folgenden, was sie auf ihrer Azorenreise erlebt haben und wie es ihnen auf dem Atlantikarchipel gefallen hat.
Auftakt auf Terceira
Die Individualreise führte uns vom 16.09. bis 30.09.2026 auf die Azoren. Wir haben uns zum Besuch von drei der Inseln entschieden, um den Archipel nicht zu oberflächlich kennenzulernen. Erste Station war die Insel Terceira, auf der wir in der Inselhauptstadt Angra do Heroísmo im Hostel Memoria Charming House eine sehr angenehme Unterkunft genießen durften. Bereits im Vorfeld hatte Inhaberin Helena uns kontaktiert, um alles für unsere Ankunft vorzubereiten. Angra ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort, der nach dem verheerenden Erdbeben von 1980 wundervoll wieder errichtet wurde. Nachdem wir bereits auf eigene Faust diese schöne Stadt teilweise erkundet hatten (z. B. das Fort St. John und den Monte Brasil), startete auch die geführte Tour mit unserem Guide Tiago am höchsten Aussichtspunkt über der Stadt, dem Memória a D. Pedro IV. Die sich anschließende Wanderung an der Südwestkünste war sehr interessant und informativ — vor allem im Hinblick auf die heimische Flora und Fauna, geschichtliche und aktuelle Themen. An einem weiteren Tag haben wir die berühmte Lavahöhle Algar do Carvao und das Fumarolenfeld Furnas do Enxofre besucht und wunderbare Eindrücke mitgenommen.
Vulkanbesteigung und Walbeobachtung auf Pico
Nach 3 Übernachtungen ging es weiter auf die Insel Pico, auf der wir ganz nah an der Meeresbrandung in der Pension Ocean Breeze gebucht waren. Gleich am ersten Abend haben wir an einem Dorffest in unserem Ort Cais do Mourato teilgenommen, bei dem ein beliebter folkloristischer Tanzabend stattfand. Auch hier haben wir die Insel zuerst selbst erkundet, bevor es dann zur geführten Tour auf den Vulkan Montanha do Pico - den mit 2.351 Metern höchsten Berg Portugals - ging. Nach drei Stunden mit 1.000 Hm hatten wir diesen bezwungen und wurden mit einem wunderbaren Blick bis weit über die Nachbarinsel Faial hinaus belohnt. Ein unbedingt empfehlenswertes Ziel (wenn man über eine recht gute Kondition verfügt). Weitere Highlights waren die Furna do Frei Matias (Lavahöhle auf privatem Grund, Lampe und feste Schuhe mitnehmen, die Begehung ist erlaubt und wird geduldet), der Lagoa do Capitão und der kleine Ort São Roque mit dem schönen Naturpool.
Ein besonderes Erlebnis war die Whalewatching-Tour von Lajes do Pico aus. Ein geschulter Guide und ein erfahrener Skipper haben den Bootsausflug (ca. 3 h, man fährt relativ weit aufs Meer hinaus) mit ca. 20 Gästen durchgeführt. Wer nicht so ganz „seefest“ ist, sollte sich allerdings vor der Tour ggf. eine Reisetablette gönnen, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Belohnt wurden wir mit einem männlichen Exemplar des Pottwales, der sich in einigem Abstand zu uns bewegte, dessen Blas aber öfter sichtbar war und der sehr zur Freude aller Teilnehmenden dann abgetaucht ist und damit die beeindruckende Schwanzflosse sichtbar wurde. Die vielen verschiedenen Delphinarten sind vermutlich „standardmäßig“ immer zu sehen, trotzdem ein schönes Erlebnis, das man in Erinnerung behält.
Der Vulkan Montanha do Pico, der höchste Berg Portugals
Vielfältige Eindrücke auf São Miguel
Nach 5 Tagen auf Pico ging es weiter zur letzten Station, der Hauptstadt Ponta Delgada auf der Insel São Miguel. Hier durften wir in der Pension Solar do Santo André wohnen, einem Herrenhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert, dessen Eigentümer einige Zimmer für Gäste zur Verfügung stellen. Die „Hausdame“ Tanya hat uns herzlich begrüßt und uns täglich ein tolles Frühstück bereitet. Nebenbei hat sie uns mit vielen Insidertipps versorgt, um uns die Vielfalt und Schönheit der Insel zu präsentieren. Ponta Delgada ist eine sehr schöne und interessante Stadt, aber vor allem die tolle Natur ist auf São Miguel besonders beeindruckend.
Unbedingt sehen sollte man die Vulkanseen in Sete Cidades - zum einen vom verlassenen Hotel Monte Palace aus (ja, es ist offiziell nicht erlaubt, aber alle tun es und es wird geduldet), zum anderen vom Aussichtspunkt Vista do Rei, der sich direkt unterhalb des Lost Place befindet. Wir hatten super Glück mit dem Wetter und konnten tolle Fotos schießen. Weiterhin haben wir spektakuläre Küstenabschnitte gesehen, z. B. am Ponta Da Ferraria, an dem es im Naturpool heiße Quellen gibt. Leider waren die Wellen an dem Tag zu hoch für uns - wir haben nur zugesehen. Unbedingt sehenswert ist auch eine der beiden einzigen Teeplantagen Europas (die zweite Plantage befindet sich auch auf der Insel), die Chá Gorreana. Dort wird nach wie vor sehr aufwändig schwarzer und grüner Tee produziert.
Die geführte Wanderung ging in den Osten der Insel zum Wasserfall Salto do Prego und zurück über das verlassene Dorf Sanguinho. An diesem Ort betreibt ein Deutscher die Bar Loja, die über tolle Plätze mit Ausblick bis zum Meer verfügt - ein Besuch ist sehr zu empfehlen! Auch bei dieser Tour wusste der Guide viel über Natur, Land und Leute zu berichten. Vor allem das Verhältnis zur heimischen Fauna ist uns in Erinnerung geblieben - jede Kuh, Katzen oder Hühner wurden begrüßt und wenn möglich mit Streicheleinheiten belohnt.
Viele weitere tolle Orte haben wir allein erkundet, z. B. den Lagoa das Furnas mit den zugehörigen Fumarolen in Furnas sowie die Thermalbecken von Poça da Dona Beija, in denen wir im Regen bei 39 Grad Wassertemperatur das schwefelhaltige Wasser genießen konnten. Am letzten Tag der Reise haben wir nochmal Ponta Delgada erkundet und das Museum der Autonomiegeschichte im schönen Palacio da Conceiçao besucht, in dem die Geschichte der Autonomie der Azoren sehr anschaulich aufgearbeitet wurde. Zu guter Letzt noch ein Abstecher an die schwarzen Lavastrände östlich der Hauptstadt, von wo aus man die Surfer beobachten kann - die einzigen, die wir während der zwei Wochen überhaupt gesehen haben.
Es war ein rundum toller Urlaub, in dem wir viel gesehen und erlebt haben. Für alle, die gern wandern, ohne zu vielen Menschen zu begegnen, üppige Natur mögen, schöne Aussichtspunkte am Meer genießen und nicht zuletzt sehr nette Menschen treffen möchten - für die sind die Azoren das richtige Ziel.
REISEN MIT SINNEN dankt Anja und Jan sehr herzlich für ihren anschaulichen Bericht und die schönen Fotos.
Wanderung zum Wasserfall Salto do Prego
Unsere Individualreise:
Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter – melden Sie sich einfach direkt bei unseren Reise-Experten, telefonisch oder per E-Mail.
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